Gemeinsam an einem Konsens arbeiten

Uwe Klemens, Verbandsvorsitzender der Selbstverwaltung des vdek (Bild: GKV-Spitzenverband, Andrea Katheder)

Ein Gespräch mit Uwe Klemens, Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek)

Was sind es für Menschen, die sich als Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter engagieren?

Es sind ganz normale Bürgerinnen und Bürger aus ganz unterschiedlichen Berufsgruppen und mit einer großen Bandbreite von Erfahrungen. Dabei sind fast alle Selbstverwalter auch an anderen Stellen ehrenamtlich tätig: Auf der Seite der Versicherten sind es zum Beispiel Betriebs- und Personalräte, die sich in den Betrieben um die Gesundheitsversorgung kümmern. Häufig sind es auch Menschen, die sich aus einer persönlichen Erfahrung in der Familie engagieren.

Für welche Inhalte stehen die Listen ein?

Die Listen entwickeln jeweils ihre Programme und veröffentlichen diese. Dabei ergeben sich die Unterschiede aus den jeweiligen Blickwinkeln. In unserer Selbstverwaltung bringen alle Seiten sach- und fachorientiert ihre Perspektiven ein, um gemeinsam einen Konsens zu finden: Wir gestalten die Versorgung so aus, dass der Versicherte die notwendigen Leistungen bekommt und das zu einem angemessenen Preis!

Wie kann man sich die Arbeit im Parlament vorstellen? Wie finden Sie dort einen Konsens?

Wie im Bundestag bereiten die Ausschüsse vor, was dann im Verwaltungsrat zur Entscheidung gestellt wird: Das heißt, es gibt einen Finanzausschuss, der unter anderem das Geld für die medizinische Versorgung bereitstellt und alle Folgen von Maßnahmen der Kassen dort behandelt. Es gibt beispielsweise einen Organisations- und Personalausschuss, denn eine große Kasse hat mit bis zu 17.000 Beschäftigten so viele Mitarbeiter wie ein Dax-Unternehmen. Die eigentliche soziale Gestaltung findet wiederum im sozialpolitischen Ausschuss statt. Und dann gibt es noch einen Hauptausschuss, der die große Politik der Kasse vorbereitet und bestimmt. Soziale Selbstverwaltung: Gelebte Demokratie durch ehrenamtliches Engagement.