Uwe Klemens, Verbandsvorsitzender der Selbstverwaltung des vdek (Bild: GKV-Spitzenverband, Andrea Katheder)

»Die Geschichte zusammenhalten«

Uwe Klemens, Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek)

Uwe Klemens spricht klare Worte über seine Arbeit und sein ehrenamtliches Engagement als Vorsitzender des Verbandes der Ersatzkassen: „Wir müssen die Geschichte zusammenhalten“ – das klingt wie ein Motto, das sein vielfältiges Engagement zusammenfasst.

„Wir sind in der gesetzlichen Krankenversicherung zum Wettbewerb verurteilt. Alle Kassen wollen durch starke Versichertenorientierung im Leistungsspektrum weiter nach vorne kommen und Mitglieder gewinnen. Wir müssen aber auch gleichzeitig dafür sorgen, dass wir als Kassen zusammenbleiben“, sagt Klemens.  Bei allem fruchtbaren Wettbewerb untereinander geht es in der Selbstverwaltung des vdek auch um das Zusammenhalten: „Wir müssen alle durchkommen“, so Klemens. In der Selbstverwaltung der Ersatzkassen treten wir für Ziele ein, die allen Ersatzkassen und ihren Versicherten nützlich sind.

„Politisch will ich den Zustand nicht schweigend akzeptieren, dass die Disparität zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung immer noch Einzug hält. Versicherte/ Arbeitnehmer zahlen für den Fortschritt der Medizin, wenn der Arbeitgeberanteil dauerhaft eingefroren bleibt.“

Seit weit über 20 Jahren ist der gelernte Sozialversicherungsangestellte Klemens ein engagierter Selbstverwalter in der Sozialversicherung. Die Offenheit, die er als Politiker an den Tag legt, braucht es für Klemens auch in der Selbstverwaltung. Sie funktioniert nur, „wenn die Leute wissen, was abgeht“. Wie sieht die Gesundheitsversorgung in Zukunft aus, wenn wir alle älter werden? – es sind Fragen wie diese, die ihn leiten. Da fließen immer auch seine Erfahrungen als Selbstverwalter in der Rentenversicherung ein.

So hat die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz erreicht, dass vier Reha-Kliniken in Rheinland-Pfalz, die sich auf Kinderheilbehandlung, sowie die Behandlung von Sucht- und Krebserkrankungen spezialisiert haben, auch weiterhin von der Deutschen Rentenversicherung betrieben werden. „Wir entscheiden. Wir geben unsere Verantwortung nicht ab an den freien Markt“, betont Klemens.

Dass die „Spielräume relativ eng sind“, wenn es um das Leistungsspektrum geht – damit hat Klemens Erfahrungen. „Da müssen wir uns auch mit der Politik dransetzen, unsere Versicherten brauchen eine starke Lobby“, sagt er. Der rasante Fortschritt in Medizin und Pflege fordert von Selbstverwalterinnen und Selbstverwaltern immer wieder, sich auf die Gestaltung und Finanzierbarkeit von Leistungen vorzubereiten, die man heute noch nicht kennt.

Klemens kennt das Spektrum an Leistungen, die Versicherte im Krankheitsfall brauchen und nachfragen, auch aus der Arbeit im Widerspruchsausschuss. Hier eine „Versicherungs-antwort“ für das Problem zu finden, dass es zukünftig immer weniger jüngere Versicherte geben wird, die ein Leistungsspektrum für immer mehr ältere Versicherte finanzieren sollen – da will Uwe Klemens ran. Das tut er in der konstruktiven Kompromissbildung in der gemeinsamen politischen Arbeit mit den Arbeitgebervertreterinnen und -vertretern. Es gelte, bei allen Differenzen als Team zusammenzuhalten – da spricht dann auch ein wenig der Fan des 1. FC Kaiserslautern.