Infobüro Sozialwahl
  • Alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung für die Gruppe der Versicherten bei der Deutschen Rentenversicherung Saarland

Es braucht Menschen, die sich mit ihren Netzwerken reinhängen

„Aus meiner Erfahrung in der Politik ist es so, dass die besten Ergebnisse dann erzielt werden, wenn die Politiker eine persönliche Beziehung zu dem Thema haben, das sie bearbeiten“, sagt Eugen Roth. Diese Einstellung hat den ehemaligen Hauptkommissar, Gewerkschafter und Sozialdemokraten bis zum stellvertretenden Fraktionsvorsitz der SPD im saarländischen Landtag geführt. Es ist der erstaunliche Berufsweg eines ehemaligen Polizeibeamten, der sich schon in jungen Jahren im Deutschen Gewerkschaftsbund für Arbeiter- und Angestelltenrechte engagierte und seit 2004 dem Landtag angehört. Eugen Roth ist heute Stellvertretender Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland. Die gesetzliche Rentenversicherung, in deren Selbstverwaltung die Sozialpartner paritätisch vertreten sind, hält er für die beste der Welt. Sie ist für ihn Garant einer Sozialpolitik, die befriedend wirkt. „Die beste Kriminalpolitik ist eine gute Sozialpolitik“ – dieses Motto hat er mit in die Selbstverwaltung getragen. „Die Deutsche Rentenversicherung ist für mich „der“ Pfeiler für die Alterssicherung in Deutschland – da kommt nichts ran. Dass man sich da als Gewerkschafter mit seinem Netzwerk reinhängt, das versteht sich von selbst“, sagt Roth. Für ihn ist es aus gutem Grund so, dass in der Deutschen Rentenversicherung Saarland – mit ihren vielen Gewerkschafts-mitgliedern – ein DGB-Vertreter den Vorsitz in der Vertreterversammlung für die Gruppe der Versicherten übernimmt. Im Saarland sind die Dienstwege eher kürzer, hier kennt man sich. „Die Selbstverwaltung schafft Anlaufstellen, wo man von den Leuten angesprochen werden kann. Denn es ist ja öffentlich bekannt, wer hier in welcher Funktion tätig ist“, so der engagierte Selbstverwalter. So erhielt Roth den Anruf eines Versicherten, der nach jahrelanger Arbeitslosigkeit einen Rentenantrag stellen musste und dabei Hilfe und solidarische Unterstützung brauchte. Gemeinsam brachten sie den Antrag Schritt für Schritt auf den Weg. Eugen Roth ist gut vernetzt – mit Versichertenältesten und Versichertenvertretern in der Selbstverwaltung, den Kollegen aus der Hauptverwaltung und der Politik. Das wirkt sich auch in der Arbeit der Widerspruchsausschüsse aus, wo unter anderem über Widersprüche bei Ablehnungen von Renten oder Kuren entschieden wird. Die Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter tauschen ihr Wissen aus. Fair und transparent gehe es zu – auch im Kontakt zwischen Vertretern der Arbeitgeber und der Versicherten. Mit Eugen Roth spricht auch ein Sozialpolitiker und Gewerkschaftsfunktionär, der gewohnt ist, die Zahlen im Blick zu behalten. „Wir kümmern uns um die Beiträge der Versicherten, die bei der Deutschen Rentenversicherung Saarland versichert sind. Das ist nicht wenig, ungefähr 1,6 Milliarden Euro – der zweitgrößte Etat nach dem Landeshaushalt im Saarland. Wir kümmern uns, dass die Rentenansprüche ordentlich laufen“, so Roth. Neben der Finanzplanung und Finanzgestaltung kämen aber auch Themen wie personelle Aufstellung, Serviceangebote oder Bauprojekte auf die Tagesordnung der Selbstverwaltung. Für Roth zeigt sich darin, wie weit die Mitwirkung und Mitgestaltung der Versicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung reicht. Das Modell der Selbstverwaltung habe dafür gesorgt, dass die gesetzliche Rentenversicherung stabil und nachhaltig sei und bleibe. Eugen Roth setzt sich auch dafür ein, die Alterssicherung von Beamtinnen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen. Und nicht zuletzt die Abgeordneten sollten gesetzlich rentenversichert sein. Das würde, so ist sich Roth sicher, manchen Rentenbeschluss anders ausfallen lassen.