Dietmar Katzer (Bild: photothek)
  • Mitglied Verwaltungsratspräsidium der BARMER
  • Mitglied Haupt- und Grundsatzausschuss
  • Stv. Fraktionssprecher der BfA DRV-Gemeinschaft
  • Mitglied in der Mitgliederversammlung des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek)
  • Mitglied Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes
  • Vorsitzender Verwaltungsrat MDK-Nord
  • Vorsitzender des Kooperationsrates der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung MDK
  • Landesvorsitzender der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein
  • Vorstandsmitglied im Patientenombudsverein Schleswig Holstein

Ideale und Kosten müssen zusammengehen

„Ich bin ein Netzwerker“, sagt der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann im Ruhestand, der sich seit 1993 zunächst in der Selbstverwaltung der BARMER und dann wieder ab 2011 in der Selbstverwaltung der BARMER engagiert. Bis 1975 war er Betriebsratsvorsitzender in einem Unternehmen für Elektroaußenhandel. Danach ging er zur damaligen Deutschen Angestellten Gewerkschaft DAG, zunächst als hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär, danach im Wahlamt als Landesverbandsleiter Schleswig-Holstein / Vorpommern. Seine sozialpolitische Kompetenz führte Dietmar Katzer schließlich in die Funktion des Leiters der Landesvertretung Schleswig-Holstein des Verbandes der Ersatzkassen vdek e. V. Mit ihm sitzt also ein Mitglied im Verwaltungsrat, das Selbstverwaltung aus zwei Perspektiven kennt: aus der Sicht Versicherten und aus der Perspektive des Kostenträgers.

„Es nutzt ja nun einmal nichts, sie können einen Euro nur einmal ausgeben“ – so spricht der Kaufmann Katzer, für den es wichtig ist, an Ideale „realistisch dranzugehen“, denn „Ideale müssen mit Kosten zusammengehen“. Und Ideale hat der engagierte Gewerkschaftler und Selbstverwalter so einige – zum Beispiel: „Die Kasse muss noch besser werden und sich gerade in Richtung Familienkasse weiterentwickeln. Integrationsverträge sind wichtig, denn vor Ort müssen Versorgungsketten für unsere Versicherten einen lückenlosen Service bieten.“

Und immer klingt neben dem Idealisten Katzer auch der Realist durch, der Versicherten in einem umkämpften Marktumfeld attraktive Angebote machen will, die sie überzeugen und an ihre Krankenkasse binden – zum Beispiel das Angebot Bonusprogrammen, mit denen sich Versicherte zusätzliche Leistungen wie eine Zahnreinigung finanzieren können. Mitbestimmung durch Selbstverwaltung – auch das ist ein zentrales Thema für Katzer. Wie diese nun mit dem Netzwerken zusammenhängt, erzählt er am Beispiel des Einzugs der BfA DRV-Gemeinschaft in den Verwaltungsrat der BARMER, in dem sie erst seit der Wahl 2011 vertreten ist. Katzer nennt es „eine Paradegeschichte der Partizipation“. Über seine Netzwerke und die seiner Mitstreiterinnen und -streiter organisierte er eine Unterschriftensammlung. 2000 Versichertenstimmen waren notwendig – am Ende waren es rund 3.500. Und bei der ersten Wahl 2011 kam auch gleich ein Stimmenanteil von 8,7% zusammen, bei der Sozialwahl 2017 waren es sogar 11,6%. Ein politischer Erfolg, der den Netzwerker Katzer bestätigt hat.

Fragt man den erfahrenen Selbstverwalter nach einer persönlichen Botschaft, klingt das so: „Für den Erhalt unseres deutschen Krankenversicherungssystems, das auf den Prinzipien von Solidarität und Gerechtigkeit aufgebaut wurde, lohnt es sich immer und überall zu kämpfen, denn es gibt in der Welt nicht viel Vergleichbares“. Und nach diesem idealistischen Satz setzt Dietmar Katzer nach: „Aber es geht auch immer ein wenig besser – dafür engagiere ich mich bei der BARMER.“