Bernd Heinemann (Bild: BARMER)
  • Verwaltungsratsvorsitzender der BARMER
  • Stellvertretendes Mitglied in der Mitgliederversammlung des Verbandes der Ersatzkassen e.V. (vdek)
  • Stellvertretendes Mitglied im Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes.

»Solidarität zeigen und etwas bewegen«

„Man muss nicht immer am großen Rad drehen – es reicht manchmal auch schon, einfach zuzuhören, Solidarität zu zeigen.“ Wenn Bernd Heinemann über seine hauptberufliche und ehrenamtliche Arbeit spricht, dann hört man einen Sozialpädagogen und Sozialdemokraten sprechen. Um soziale Balance geht es ihm – auch in der BARMER, in der er sich als Verwaltungsratsvorsitzender für die Versichertenseite engagiert.

Bernd Heinemann ist als ausgewiesener Sozial- und Gesundheitspolitiker der SPD heute Vizepräsident des Landtages von Schleswig-Holstein. Wie kam es zu einem so erfolgreichen Berufsweg? „Vielleicht kann man das auch daran festmachen, dass ich viele Jahre lang keinen Wert darauf gelegt habe, ob ich damit Geld verdiene, ob es mir Erfolge bringt. Ich wollte Dinge tun, die für mich spannend waren. Ich war immer dann zufrieden, wenn es etwas bewegt hat“ sagt Heinemann. Schon als Elektromechaniker engagierte sich Heinemann in einem Sportverein für Jugendliche. Und diese ersten Erfahrungen in der Jugendarbeit waren prägend für ihn. Über den zweiten Bildungsweg kam Heinemann zum Studium der Sozialpädagogik. Als Diplom-Sozialpädagoge war er schockiert von den massiven Suchtproblemen Jugendlicher. Das führte ihn dann nach Jahren der Arbeit als Stadtjugendpfleger in die Landesgeschäftsstelle für Suchtfragen in Schleswig-Holstein, deren Geschäftsführer er wurde. Und so ging es immer weiter, auch in seinem politischen Engagement – er ging in die Kommunalpolitik, den Ratsversammlung, in dem er stellvertretender Präsident wurde. Es lief scheinbar immer so ab in Heinemanns Arbeitsleben: Er lernte Menschen kennen, die etwas bewegen wollten, und mit ihnen zog er weiter – bis in den Landtag und eben auch in die Selbstverwaltung der BARMER.

„Miteinander Lösungen finden und Ideen entwickeln“ – das war auch die leitende Motivation für Bernd Heinemann Kontakt zur Selbstverwaltung der BARMER aufzunehmen. Hintergrund war sein Interesse für die Versorgung im Krankenhaus – er war damals im Aufsichtsgremium der Selbstverwaltung eines Kieler Krankenhauses. Nach einem Grußwort bei der BARMER als stellvertretender Stadtpräsident kam man 2007 ins Gespräch. Seither ist er als Mitglied der BARMER-VersichertenGemeinschaft – einem „bunten Haufen“, in dem sich Mitglieder aus verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen engagieren – in der Selbstverwaltung aktiv. „Ich bin da Mitglied, weil ich mich für sozialpolitische Fragen in der Gesundheitspolitik interessiere. Und der Blick durch die Brille der Versicherten auf die Versorgung durch eine Krankenkasse war für mich sehr spannend“, sagt Heinemann. „Ich möchte gerne, dass meine Kasse mich gut behandelt, dass sie mir zuhört, dass sie mir hilft – in Notsituation ganz besonders.“ Für Heinemann fordert das, immer wieder eine Balance zu schaffen: „Ich muss sowohl darauf achten, dass die Kasse nicht sinnlos ihr Geld verpulvert, als auch Leistungen und Perspektiven im Blick behalten. Und: Darauf achten, dass sie zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, so zufrieden, dass sie mich auch zufrieden beraten können“, so Heinemann.

„Es ist immer dann spannend wenn Medizin auf der Höhe der Zeit sich weiterentwickelt“, sagt der Gesundheitspolitiker. So engagiert sich Heinemann beispielsweise für den Einsatz moderner Kommunikationstechnologie in der Tele-Medizin: „Es gibt Menschen die möchten schnell und unmittelbar Hilfe haben, dafür gibt es jetzt eine Telefonkommunikation die sofort zur Entscheidung führen kann.“ Langfristig braucht die gesundheitliche Versorgung nach seiner Überzeugung Mobilität – „schneller, näher, mobiler“ soll sie werden. Ein anderes Beispiel für sein gesundheitspolitisches Engagement ist der Einsatz für eine individuelle Versorgung von Diabetikern. Um sich dabei zu orientieren, was Versicherte heute brauchen, nutzt Heinemann den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen aus der Selbstverwaltung, wie etwa die Mitglieder des Widerspruchsausschusses, oder den direkten Kontakt zu Versicherten, die sich an ihn wenden. Für Heinemann zeigt sich in der täglichen Arbeit immer wieder: „Man kann nachbessern, entwickeln und gestalten – gemeinsam mit den Hauptverwaltern, den Mitarbeitern der Kasse Lösungen suchen und Entscheidungen treffen.“

Damit das möglich ist, braucht es laut Heinemann eine starke Selbstverwaltung, die sich auch gegen bundespolitische Zugriffe erwehrt, die stetig ihre Entscheidungsrechte zu beschneiden suchten. So solle ein „Selbstverwaltungsstärkungsgesetz“ die Selbstverwaltung auch stärken und nicht wie das jüngst verabschiedete Gesetz nur stärker gängeln und in ihre notwendigen Freiräume beschneiden. Für eine starke Selbstverwaltung brauche es aber eben auch den Rückhalt der sie wählenden Versicherten. „Wahlen sind immer wichtig, als Fundament der Demokratie. Sich nicht alles bieten zu lassen und von jedem vertreten zu lassen – darum geht es“, sagt der engagierte Sozialpolitiker. Mit einem Blick auf die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen in den USA sagt Heinemann zur Sozialwahl 2017: „Wer sein Wahlrecht nicht wahrnimmt, der muss nehmen, was er bekommt. Ich kann nur jedem empfehlen die Chance zu nutzen Einfluss zu nehmen.“ Solidarität zeigen und etwas bewegen eben.