Die Kraft des Konsenses

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Seit über 125 Jahren stehen die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung für soziale Sicherheit – weil sie stabil und zugleich flexibel genug sind, sich den gesellschaftlichen Veränderungen und den Bedürfnissen der Menschen anzupassen.

Herausforderungen wie der demografische Wandel müssen von der Sozialversicherung gemeistert werden. Das gelingt in Deutschland vor allem auch, weil die Versicherten ihre Sozialversicherung selbst mitgestalten. Die Selbstverwaltung ist der Mittelweg zwischen zentralistisch organisierten Systemen, wie zum Beispiel in Großbritannien, und in erster Linie marktwirtschaftlichen Systemen, wie wir sie aus den USA kennen.

Die Sozialversicherung in Deutschland gründet auf der Einsicht, dass der Staat nicht alles regeln kann und deshalb auch nicht alles entscheiden soll. Gleichzeitig darf die soziale Absicherung bei Krankheit oder im Alter nicht allein dem freien Markt überlassen werden. Das deutsche Modell der Selbstverwaltung ist ein Weg zwischen Staat und Markt. Durch die Selbstverwaltung wirken die mit, die das System mit ihren Beiträgen finanzieren.

Die Selbstverwaltung ist dabei stark durch die Kraft des Konsenses: Versicherte, Rentner und Arbeitgeber ziehen an einem Strang. Ihre Vertreter in den Parlamenten der gesetzlichen Sozialversicherung arbeiten gemeinsam für die Versicherten. Die Selbstverwaltung hat sich als besonders krisenfest bewährt. Es hat die Finanzkrise 2007 ebenso überstanden, wie es zuvor die Mammutaufgabe der Wiedervereinigung bewältigen konnte. Es ist auch das richtige Modell für die Herausforderungen der Zukunft.