Tag der Jugend am 12.08.2017

Selbstverwaltungen der Krankenkassen stärken jugendmedizinische Versorgung Heinemann: „Gesundheit junger Menschen erfordert unser volles Engagement“

Berlin, den 10. August 2017 – Jugendliche sind heute durch Stressbelastung, fehlende Entspannungsfähigkeit, Fehlernährung oder Bewegungsmangel in ihrer Gesundheit gefährdet. Erst im Juni beklagte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), dass heute jeder vierte Jugendliche in den Arztpraxen unter einer chronischen Grunderkrankung leide. Immer mehr Heranwachsende reagieren auf Stress mit andauernden körperlichen oder psychischen Störungen. In diesem Zusammenhang beunruhigen auch aktuelle Zahlen des „Arztreport 2017“ der BARMER. Demnach leiden immer mehr junge Erwachsene unter Kopfschmerzen. Allein zwischen 2005 und 2017 ist der Anteil der 18- bis 27-Jährigen mit Kopfschmerzdiagnosen um 42 Prozent gestiegen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch weit höher liegen.

In den Selbstverwaltungen der Krankenkassen werden diese Entwicklungen genau beobachtet. Hier wird auch diskutiert und bewertet, mit welchen zusätzlichen Leistungen der vorgegebene jugendmedizinische Leistungskatalog in der Gesetzlichen Krankenversicherung sinnvoll und anforderungsgerecht ergänzt werden kann. „Die Gesundheit junger Menschen erfordert unser volles Engagement“, sagt Bernd Heinemann, Verwaltungsratsvorsitzender der BARMER. In der Versorgung Jugendlicher sei in den vergangenen Jahren aber auch viel erreicht worden. „Welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll, welche Unterstützung brauchen Jugendliche, um in der Schule, der Ausbildung oder im Studium gesund zu bleiben? Es sind Fragen wie diese, die in der Selbstverwaltung immer wieder neu beantwortet werden müssen“, sagt Heinemann.

Dazu stehen die Krankenkassen in engem Kontakt mit den Jugendmedizinern. Viele kassen-individuelle Zusatzleistungen – zum Beispiel zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen für 16- bis 18-Jährige, entwicklungsdiagnostische Leistungen, Angebote zur Früherkennung von Gesundheitsrisiken oder zum Übergang von der jugendärztlichen in die Erwachsenen-versorgung – orientieren sich deshalb auch an dem eigens entwickelten Versorgungskonzept des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Welche Zusatzleistungen eine Krankenkasse anbietet, darüber entscheiden deren Selbstverwaltungen, die Verwaltungsräte. So wird beispielsweise der Einsatz des Verwaltungsrates für das Kinder- und Jugendprogramm von über 1.000 repräsentativ befragten BARMER-Mitgliedern als wichtig beziehungsweise sehr wichtig eingeschätzt (73 Prozent). Die ehrenamtlichen Mitglieder erhalten ihr Mandat durch die Sozialwahl.

Im Herbst wird der Verwaltungsrat der BARMER, sozusagen das Parlament der Krankenkasse, im Rahmen der Sozialwahl 2017 neu gewählt. Wenn Anfang September die Wahlbriefe an die 7,5 Millionen Wahlberechtigten versendet werden, können auch junge Erwachsene ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben, sofern sie BARMER-Mitglieder sind. Die Sozialwahl ist eine reine Briefwahl. Die Wahlbriefe müssen bis zum Stichtag 4. Oktober 2017 bei der BARMER eingehen.

Bereits im Mai wurden die Sozialwahlen bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, der Deutschen Rentenversicherung Saarland und den Ersatzkassen TK, DAK-Gesundheit, KKH und hkk durchgeführt. Über 13,2 Millionen Wahlberechtigte votierten für eine starke Selbstverwaltung bei Gesundheit und Rente. Gegenüber der Sozialwahl 2011 bedeutet das einen Zuwachs von fast einer Million abgegebener Stimmen. Die Bundeswahlbeauftragte Rita Pawelski sprach von einer „Trendumkehr“. Sie fordert die Wahlberechtigten der BARMER dazu auf, den positiven Trend durch ihre Stimmabgabe zu stärken. Der spätere Wahltermin bei der BARMER war aufgrund der von den Verwaltungsräten beschlossenen Fusion von BARMER GEK und Deutscher BKK zum 1. Januar 2017 notwendig geworden. Daraufhin wurde der Wahlkalender für die BARMER angepasst.

Mehr Informationen unter www.sozialwahl.de.

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