Hygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen verbessern Selbstverwaltung der Ersatzkassen verabschiedet Resolution zur Krankenhaushygiene

Berlin, 21. November 2017 - Jährlich erkranken in Deutschland über 400.000 Menschen an einer Krankenhausinfektion, davon 30.000 Menschen an multiresistenten Erregern (MRE) – oft mit schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen. Deshalb widmet sich die Selbstverwaltung der Ersatzkassen verstärkt dem Problem der steigenden Zahl von Krankenhausinfektionen. Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat nun hierzu eine Resolution mit sieben Forderungen verabschiedet. Darin mahnen die Ersatzkassen u. a. an:

 • mehr Transparenz, z. B. im Rahmen der Krankenhaus-Qualitätsberichte
 • mehr Aufklärungs- und Informationsarbeit durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA),
• eine Richtlinie mit Mindestanforderungen an die Struktur- und Prozessqualität von Hygienemaßnahmen; erfüllt ein Krankenhaus diese nicht, finden Sanktionen statt; hinzu kommen klare Vorgaben für Screening und Isolation von „Risikopatienten“,
• Qualitätsindikatoren für die Hygiene, die die Bundesländer bei der Krankenhausplanung berücksichtigen müssen,
 • eine rechtlich bindende Verpflichtung der Länder, die notwendigen Investitionsmittel z. B. für Isolationszimmer bereitzustellen.

 „Wir können noch viel tun in Sachen Krankenhaushygiene“, betonte Uwe Klemens, vdek-Verbandsvorsitzender. „Ein Drittel der Infektionen sind auf unzureichende Hygiene im Krankenhaus oder Pflegeheim zurückzuführen und deshalb grundsätzlich vermeidbar. Der Schlüssel zur Lösung der Probleme liegt vor allem in einer verbesserten Hygiene, einer angemesseneren Behandlung von MRE-Patienten und einem Umdenken im Einsatz von Antibiotika.“

Klemens würdigte die zahlreichen Aktivitäten, wie etwa die „Aktion Saubere Hände“, an der sich auch der vdek beteiligt. Ziel der Aktion sei es, die Händedesinfektion in Krankenhäusern zu verbessern, so Klemens. Auch die Bundesregierung habe in den vergangenen Jahren mit dem Infektionsschutzgesetz, der deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie und dem Hygienesonderprogramm eine Reihe von Aktivitäten zur Verbesserung der hygienischen Verhältnisse in den Krankenhäusern verabschiedet, welche maßgeblich durch die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen finanziert würden. Es komme jetzt darauf an, die nach wie vor bestehenden Defizite in der Umsetzung und in der Koordination der verschiedenen Vorsorgemaßnahmen zu beseitigen.

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen nahezu 28 Millionen Menschen in Deutschland versichern:

 - Techniker Krankenkasse (TK)
 - BARMER - DAK-Gesundheit
 - KKH Kaufmännische Krankenkasse
 - hkk - Handelskrankenkasse
 - HEK – Hanseatische Krankenkasse

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) wurde am 20. Mai 1912 unter dem Namen „Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)“ in Eisenach gegründet. Bis 2009 firmierte der Verband unter dem Namen „Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V.“ (VdAK).

In der vdek-Zentrale in Berlin sind rund 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen mit insgesamt rund 340 sowie mehr als 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.

Kontakt:

Michaela Gottfried
Verband der Ersatzkassen e. V.
Askanischer Platz 1
10963 Berlin

Tel.: 0 30 / 2 69 31 – 12 00
Fax: 0 30 / 2 69 31 – 29 00

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