Pflege: Ungleichheit bei der Versorgung

DAK-Pflegereport zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Ländern – 14.11.2018

Ob Pflegebedürftige die bestmögliche Versorgung erhalten, hängt auch vom Wohnort ab. Das ist ein Ergebnis des DAK-Pflegereports, der am 14. November 2018 im Rahmen des 11. Pflegetags in Berlin vorgestellt wurde. Demnach werden zum Beispiel Pflegebedürftige in östlichen Bundesländern häufiger im Krankenhaus behandelt als in westdeutschen Ländern. So kommen in Thüringen auf 100 Pflegebedürftige fast 150 Krankenhausfälle, in Baden-Württemberg hingegen 115.

Im Report spiegelt sich auch das unterschiedliche Angebot an Pflegeheimen wider. Vor allem in den östlichen Bundesländern, aber auch im Saarland, in Hessen und in Rheinland-Pfalz, liegt der Schwerpunkt auf der Pflege durch Angehörige. Vollstationäre Pflege ist hier unterdurchschnittlich verbreitet. In den nord- und süddeutschen Ländern Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg werden überdurchschnittlich viele Pflegebedürftige vollstationär versorgt und weniger durch Angehörige zu Hause.

„Die Ergebnisse des DAK-Pflegereports zeigen: Pflegerische Versorgung ist nicht davon abhängig, welche Form für den Einzelnen am besten wäre. Sie ist abhängig vom regionalen Angebot“, sagt Pflegeexperte Thomas Klie, der den DAK-Pflegereport wissenschaftlich verantwortet. „Das widerspricht dem Gebot in Artikel 72 des Grundgesetzes: Demnach ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse ein Ziel der Bundesregierung.“

Dieter Schröder (Bild: DAK-Gesundheit/Wigger)

Dieter Schröder, Vorsitzender des Verwaltungsrats der DAK-Gesundheit, kommentiert: „Wir fordern bundesweit gleichwertige Lebensverhältnisse. Grundsätzlich muss überall ein gelingendes Leben mit Pflegebedürftigkeit möglich sein.“

Der Report erscheint wenige Wochen nachdem die Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ der Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Kommission unter Vorsitz von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sollte nach Ansicht des DAK-Verwaltungsrats das Thema Pflege als Schwerpunkt auf die Agenda setzen.

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