Ute Engelmann
Ute Engelmann: Für eigene Überzeugungen eintreten
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"Wir haben das beste Krankenversicherungssystem der Welt, aber wir verkaufen es unter Wert und lassen zu, dass es schlecht geredet wird", findet die Verwaltungsrätin Ute Engelmann und man spürt ihre Leidenschaft. Daran will sie etwas ändern und dafür setzt sie sich ein. Denn "wer sich nicht für seine Überzeugungen engagiert, kann auch nichts bewegen". Der ehrenamtliche Aufwand, den die 51-jährige Diplom-Volkswirtin dafür treibt, ist enorm: Rund 25 Tage im Jahr ist sie für die Interessen der Versicherten im Einsatz. Sie will ihre Krankenkasse vor allem mit innovativen Ideen voranbringen. Solche, von denen vor allem die Versicherten durch eine bessere Gesundheitsversorgung profitieren. Ihr besonderes Engagement gilt einer stärkeren Genderorientierung im Gesundheitswesen. "Frauen gehen mit ihrer Gesundheit anders um als Männer und auch das Erleben von Krankheit ist sehr unterschiedlich. Das muss sich in differenzierten Angeboten der Krankenkassen wiederfinden", meint Ute Engelmann. Und aus ihrer Erfahrung im Verwaltungsrat weiß sie, dass man so etwas auch erfolgreich auf den Weg bringen kann.
Zugleich gelte es, verantwortungsvoll mit deren Beiträgen umzugehen. "Wir sind nicht nur Gutmenschen", sagt sie, "wir können auch rechnen". Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in der Selbstverwaltung brachte sie 2005 den bundesweit ersten Hausarztvertrag auf den Weg. Ziel war es, den Versicherten in der Person des Hausarztes einen Lotsen an die Seite zu stellen, der sie durch das Dickicht der Gesundheitsversorgung führt. Im Jahr 2009 schaffte die Selbstverwaltung in einer großen Kraftanstrengung etwas, woran viele privatwirtschaftliche Unternehmen oft scheitern: Der Zusammenschluss zweier großer Krankenkassen zur heutigen BARMER GEK konnte erfolgreich bewältigt werden.
Ute Engelmann, die im Hauptberuf Führungskräfte trainiert, stellt sich 2011 zum dritten Mal zur Wahl. 1999 trat sie mit einem von ihr initiierten Verein Gleichgesinnter erstmals zur Sozialwahl an – und hatte Erfolg. Die größte Herausforderung in den nächsten sechs Jahren? Für die Versicherten das Beste aus der aktuellen Gesundheitsreform herausholen. "Unser Ziel muss es sein, die hochwertigen Angebote aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Darauf haben die Versicherten einen Anspruch", zeigt sich Ute Engelmann entschlossen.
In keiner anderen Organisationsform, zeigt sich Engelmann überzeugt, fänden die Interessen der Versicherten eine solche Berücksichtigung wie in der selbstverwalteten Krankenversicherung. Es ist genau diese Versichertenperspektive, die viele Bestrebungen der hauptamtlichen Verwaltung immer wieder in eine andere Richtung lenkt und Entscheidungen näher an die Lebenswirklichkeit der Menschen rückt. Und dafür steht sie. "Im Zweifel muss es uns immer darum gehen, die Bedürfnisse der Versicherten in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die Interessen der einzelnen Kassen." Ute Engelmann ist sicher, damit für die große Mehrheit ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Selbstverwaltung zu sprechen.


