Hubert Ringhoff
Hubert Ringhoff: "Die Politik muss uns mehr Vertrauen entgegenbringen"
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Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Hubert Ringhoff ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der Techniker Krankenkasse. So lange streitet er auch schon leidenschaftlich für einen starken Verwaltungsrat - also mehr angewandte Subsidiarität, vor allem auch als Gegengewicht zur Bundespolitik, wie der Maschinenbauer im Ruhestand sagt.
"Die Politik muss der Selbstverwaltung mehr Vertrauen entgegenbringen und ihr mehr Gestaltungsspielraum geben", fordert Ringhoff. Das Ziel der Selbstverwaltung, aber auch sein ganz persönliches sei es, die bestmögliche Versorgung für die Versicherten zu erreichen. "Wir wollen gestalten. Die Politik soll uns arbeiten lassen", fasst er zusammen.
Dass der Verwaltungsrat etwas für die Versicherten bewegen kann, da ist sich der Hannoveraner sicher. Ohne lang zu überlegen, zählt er ein Beispiel nach dem anderen auf: Dass es bundesweit eine Studentenversicherung gibt, die bei der TK entwickelt und dann durch die Bundespolitik aufgegriffen wurde, dass man nach einer Krankheit auch wieder mit wenigen Stunden pro Tag in Teilzeit anfangen kann zu arbeiten, oder dass Versicherten in strittigen Angelegenheiten durch die Widerspruchsausschüsse geholfen werden kann - all das sei erst durch die Selbstverwaltung möglich geworden.
"In den Widerspruchsausschüssen werden Einzelfälle auch von Grund auf neu aufgerollt. Oft finden wir dabei eine Lösung, die den Versicherten hilft, obwohl der Gesetzgeber den Krankenkassen manchmal wenig Spielraum lässt", sagt Ringhoff.
Seit 2005 arbeitet der Selbstverwalter im Hauptausschuss des Verwaltungsrates - für ihn bisher die spannendste Aufgabe als ehrenamtlich Engagierter. Der Hauptausschuss sei wie eine Schleuse, durch die alle wichtigen Themen durch müssen und der die Entscheidungen des Verwaltungsrates vorbereitet, erklärt Ringhoff. "Das ist interessant - ganz egal, wie viel freiwillige Arbeit das bedeutet."
Da viele Grundsatzentscheidungen in Sachen Gesundheit in Berlin entschieden würden, sei es Aufgabe des Verwaltungsrates, nach Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen, um den gesetzlichen Rahmen für die Versicherten voll ausnutzen zu können. "Wie können wir auf gesetzliche Veränderungen reagieren, zum Beispiel indem wir Zusatzangebote schaffen? Und wie können wir uns mit unserem Fachwissen für die Versicherten in die öffentliche Debatte einbringen und unsere Einschätzung publik machen? Das sind alles Fragen, mit denen wir uns im Hauptausschuss beschäftigen", unterstreicht der Ingenieur.
Um der Selbstverwaltung gerade bei solch wichtigen Aufgaben den Rücken zu stärken, ist die Sozialwahl für Hubert Ringhoff so wichtig. "Sie legitimiert die ehrenamtliche Selbstverwaltung - und die ist Sprachrohr der Versicherten sowohl gegenüber der hauptamtlichen Verwaltung der Krankenkasse als auch gegenüber der Gesundheitspolitik der Bundesregierung."


