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Helga Weigel

Helga Weigel: "Es gibt immer wieder Dinge, da bin ich ganz anderer Meinung"

Helga Weigel

Neben den feststehenden Aufgaben in den verschiedenen Gremien bedeuten Helga Weigel vor allen Dingen die persönlichen Gespräche mit den Versicherten sehr viel. Diese Kontakte sind wichtig, um den Versicherten dabei zu helfen, ihre Anliegen gegenüber der Krankenkasse schriftlich zu definieren.

Die geborene Münchnerin lebt heute in Lüdenscheid. Die 64-Jährige bezeichnet sich als Laie, der jedoch genau den Blick hat, den man braucht, um das Gesetz und das Anliegen der Versicherten in Einklang zu bringen. "Sicher, dem Widerspruchsausschuss der DAK sind Experten vom Medizinischen Dienst und Ärzte zur Seite gestellt, aber dennoch gibt es immer wieder Dinge, da bin ich ganz anderer Meinung", erläutert sie leidenschaftlich. Sie versucht Leuten, die mit einem Anliegen bei ihr anrufen, zu erklären, wie weit man Vorgaben vom Gesetzgeber umsetzen muss, aber auch, wie gemeinsam mit der Krankenkasse eine individuelle Lösung gefunden werden kann.

Helga Weigel erinnert sich zum Beispiel an eine Frau, die eine Brustverkleinerung wollte und die Krankenkasse ihr die Operation nicht gewährte. Hier stellte sich die Frage, ob der Eingriff medizinisch notwendig war oder nicht. Die Krankenkasse hatte der Betroffenen auferlegt, Rückengymnastik zu machen und einen Orthopäden aufzusuchen. Nach einem Jahr rief die Versicherte Weigel erneut an und schildert eine Verschlechterung der Symptome statt der erhofften Verbesserung. Weigel riet ihr, erneut einen Antrag bei der Kasse zu stellen, der dann im zweiten Anlauf auch genehmigt wurde.

Sie arbeitet hartnäckig daran, dass die Versicherten die notwendigen und ihnen gesetzlich zustehenden Leistungen erhalten. Wobei dennoch zu differenzieren ist, ob der Versicherte selbst genug für seine Gesundheit tut und entsprechend bereit ist, Geld für "das wichtigste Gut des Menschen" auszugeben.

"Ich bekomme auch Anrufe von Leuten, deren Widerspruch abgelehnt wurde, die mich dann wild beschimpfen", erzählt Helga Weigel und betont noch mal ihr Motto: "Ich muss halt allen zuhören, sonst wäre ich ja falsch am Platz."

Helga Weigel bildet sich regelmäßig bei Veranstaltungen und Seminaren der DAK weiter und liest Fachliteratur sowie den Pressespiegel, den sie von der DAK regelmäßig geschickt bekommt. In ihrer Region Märkischer Kreis versteht sie sich als Bindeglied zur Kranken-, Renten- und Unfallversicherung und wirbt für ein besseres Ansehen der Selbstverwaltung.

Umso mehr ärgert sie sich, dass sie jedes Jahr Ärger mit dem Finanzamt hat. Mal werden die Reisekosten, die aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit entstehen, versteuert und mal nicht. Ehrenamt wird in Deutschland eben nicht anerkannt, schlussfolgert die engagierte Hausfrau und fügt hinzu, die meisten würden Verwaltungsrat hören und sofort an Geld denken. Mit einem herzlichen Lachen fasst sie zusammen: "Manchmal wäre es besser, bei der Freiwilligen Feuerwehr zu sein. Das ist bekannter und anerkannter."