Hannes Kreller
Hannes Kreller: Soziale Gerechtigkeit als gelebter Alltag
Hannes Kreller

Hannes Kreller
Hannes Kreller arbeitet bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands e. V. (KAB) in München. Der Verband setzt sich vor allem für soziale Gerechtigkeit ein. "Von diesem Anliegen der Bewegung bis zu meinem Engagement in der Selbstverwaltung war es nicht besonders weit", sagt der 58-Jährige.
Der Diplom-Volkswirt gehört zu denjenigen Personen, die sich und die Interessen ihrer Mitmenschen lieber konkret einbringen, als ihre Zeit mit unfruchtbaren Diskussionen zu vergeuden. Deshalb engagiert er sich bis heute in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung und im DGB. Und deshalb begann er in den 90er Jahren auch eine ehrenamtliche Tätigkeit im Widerspruchsauschuss der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).
Die Frage, wie Gesundheitspolitik in einem breiten Netzwerk diskutiert werden kann, ist für ihn ebenso spannend wie die Positionsfindung der Sozialverbände und Gewerkschaften zu den gesundheitspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung.
Er will bei diesen komplexen Themen den Überblick behalten. "Zumal die Konsequenzen der Entscheidungen immer vielfältiger werden", meint Kreller und führt das Beispiel der Krankenkassenbeiträge an. Früher hatten die Gesetzlichen Krankenkassen die Beitragshoheit. Jetzt läuft die Sache über den Gesundheitsfonds und die Kassen entscheiden nur noch über den Zusatzbeitrag. Damit verändert sich nicht nur das System. Auch das Verständnis der Selbstverwaltung ändert sich: Man erkennt, dass die Gestaltungsmöglichkeit der Selbstverwaltung eine zu schützende soziale Errungenschaft ist. Sie schafft Bürgernähe, stärkt die Demokratie und ermöglicht gesellschaftliche Beteiligung.
Für Kreller geht es in der Selbstverwaltung darum, die soziale Sicherheit für und von allen zu sichern. Eine hochwertige medizinische Versorgung, unabhängig vom Einkommen, Alter und sozialer Schicht ist für ihn wichtig. Dafür macht er sich stark, wenn im Verwaltungsrat Grundsatzentscheidungen getroffen werden. Die 30 Mitglieder entscheiden: Wie sollen die Mittel der DAK verwendet werden? Welche Leistungen werden angeboten? Mit welcher anderen Kasse soll die DAK fusionieren? Wer wird als Vorstand gewählt?
Hannes Kreller betont: Es ist die Kasse der Versicherten. Von daher gehört es zum demokratischen Ton, wenn die Versicherten mitbestimmen und kontrollieren, wie sich die Geschäftspolitik der Kasse gestaltet. "Ich möchte wissen, ob es in der Krankenkasse gerecht zugeht", sagt Kreller und erklärt: "Soziale Gerechtigkeit und Solidarität gehören in den Alltag, besonders dann, wenn es um unsere Gesundheit geht."


