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Barthélémy Lemal

Barthélémy Lemal: Europäer mit Weitsicht bietet grenzüberschreitende Hilfe für Versicherte

Barthélémy Lemal

Barthélémy Lemal ist Grenzgänger: Jeden Morgen fährt der Franzose zur Arbeit ins Saarland und kehrt abends ins französische Heining lès Bouzonville nach Hause zurück. Leben und Arbeiten als Europäer - das ist für den gelernten Elektroniker seit 38 Jahren Alltag. "Das bietet natürlich nicht nur Vorteile, sondern bringt auch so manche Schwierigkeiten mit sich", führt Lemal an.

Deswegen war es ihm als Stellvertretendes Verwaltungsratsmitglied der GEK auch so wichtig, sich für die Grenzgänger einzusetzen. Besonders für diese Menschen, die in Frankreich und Deutschland zu Hause sind, möchte er sich auch weiterhin ehrenamtlich engagieren. Deshalb stellt sich der 55-Jährige nun, nach dem Zusammenschluss der beiden Kassen, für den Verwaltungsrat der BARMER GEK zur Wahl.

"Viele von uns Grenzgängern sind in Deutschland versichert, weil wir dort arbeiten. Wenn wir aber zum Beispiel in Frankreich zum Arzt gehen, dann gab es früher oft Probleme mit der Erstattung von Kosten", berichtet Lemal. Ob zum Beispiel Frau und Kinder, die in Frankreich leben, in Deutschland familienversichert werden können, führe auch zu Streitfällen.

"Für die Klärung solcher Probleme habe ich mich die vergangenen Jahre eingesetzt." Bei Unklarheiten ist Lemal nach wie vor erster Ansprechpartner in Sachen Krankenversicherung bei seinen Kollegen. "Für Grenzgänger hat sich inzwischen aber schon vieles verbessert", freut sich der Mitarbeiter eines großen Stahlunternehmens. Natürlich gebe es aber immer wieder neue Baustellen, die bearbeitet werden wollen.

Dass er als Selbstverwalter viel Freizeit für seine ehrenamtliche Arbeit investieren muss, stört Lemal nicht. Im Gegenteil: "Ich würde mich gerne noch mehr, vor allem auch mit haushaltspolitischen Fragen beschäftigen", erklärt der Elektriker. Dass zum Beispiel das Umlageverfahren, also die paritätische Aufteilung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge für die Krankenversicherung, ins Ungleichgewicht gekommen sei, kann Barthélémy Lemal ganz und gar nicht befürworten.

Für die Sozialwahl 2011 wünscht sich Lemal eine hohe Wahlbeteiligung. "Man stellt die Sozialwahl oft als zu teuer hin. Dabei vergessen die Kritiker, dass erst die Wahl uns Selbstverwalter legitimiert und damit die Mitbestimmung der Versicherten bei vielen wichtigen Fragen zur Krankenversicherung sichert."

Er ärgert sich darüber, dass viele Krankenkassen sich für eine sogenannte "Friedenswahl", das heißt, eine Wahl ohne eigentliche Stimmabgabe entschlossen haben. "Alle Mitglieder sollten die Geschicke der eigenen Krankenkasse bei der Sozialwahl mitbestimmen können. Nur so entsteht eine breite Basis, die die Selbstverwaltung stärkt und ihr eine starke Stimme verleiht."