Bärbel Weisenstein
Bärbel Weisenstein: Angehörigenpflege zu Hause - Vom Wissen, wie sich das anfühlt
Bärbel Weisenstein

Bärbel Weisenstein
"Ich glaube, ich habe ein Helfersyndrom", meint die gelernte Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfin Bärbel Weisenstein. Ihr Engagement für andere spiegelt sich in ihrem ganzen Leben wieder, sagt die 55-Jährige lachend. Schon mit 15 Jahren begann sie sich in der Jungen Union politisch zu engagieren und ließ diese Arbeit erst ruhen, als sie 1979 aus dem Saarland nach Nordrhein-Westfalen zog. Inzwischen lebt Bärbel Weisenstein seit 32 Jahren in Bad Laasphe, Kreis Siegen-Wittgenstein.
Ihren "Einstieg" bei der Selbstverwaltung verbindet die Mutter von zwei Kindern mit der Betreuung eben dieser. "Ich war noch nie jemand, der nur zuhause sitzen konnte. Als meine Kinder in den Kindergarten gingen, habe ich mich im Elternrat engagiert", erzählt sie. Und als der Kindergarten zu klein für die vielen Familien mit Betreuungsbedarf wurde, hat der Elternrat eine Demo vor dem Rathaus organisiert. Frau Weisenstein gab damals viele Interviews, in deren Zusammenhang es auch eine Rolle spielte, dass sie einen CDU-Ortsverband leitete. Sie war 1990 die erste und einzige Frau im Kreis Siegen-Wittgenstein in dieser leitenden Funktion. Ein Verwaltungsratsmitglied der DAK wurde auf Frau Weisenstein aufmerksam und bat sie um die Mitarbeit bei der DAK. "Seitdem habe ich Lunte gerochen und bin dabei", fasst die quirlige Saarländerin zusammen.
Spricht sie über die Pflegefälle, die sich bei ihr in letzter Zeit im Widerspruchsausschuss häufen, hört in ihrer Stimme jedes Lächeln auf. Bei 200 Widersprüchen, da muss sie sich schon viel Zeit zur Bearbeitung nehmen, zumal ihr pflegeintensive Fälle auch sehr nahe gehen. An manchen Stellen sieht sie einfach nicht ein, was der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) macht: "Wie soll man es schaffen, in drei Minuten jemanden zu baden?" Frau Weisenstein kennt aus persönlicher Erfahrung ganz genau, was "Pflegefall" heißt. Sie betreut zu Hause mithilfe der Diakonie ihren Vater (86 Jahre), ihre Mutter (86 Jahre) und die Tante (89 Jahre).
"Meine eigenen, täglichen Erfahrungen fließen in die ehrenamtliche Tätigkeit mit ein. Ich weiß, wie sich das anfühlt und deshalb kämpfe ich sehr leidenschaftlich für die Rechte der Versicherten."


