Selbstverwalter im Portrait
Bei der Sozialwahl wählen Versicherte die ehrenamtliche Selbstverwaltung der Sozialversicherungsträger. Das bedeutet: In den Parlamenten (Vertreterversammlung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund, Verwaltungsrat bei den Ersatzkassen) arbeiten ausschließlich ehrenamtliche Vertreter. Sie engagieren sich in Parlamentssitzungen, unterschiedlichen Ausschüssen und persönlichen Gesprächen mit Versicherten. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen einige dieser Selbstverwalter vor.
Seit gut 20 Jahren ist Christian Zahn in der Selbstverwaltung der Ersatzkassen aktiv. Sein soziales und politisches Engagement hat ihn sein Leben lang begleitet. Bereits 1991 wurde Zahn in den ehrenamtlichen Vorstand, den heutigen Verwaltungsrat der DAK, gewählt. Er engagiert sich seit 1993 für den Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) und ist dort seit 2006 Verbandsvorsitzender.
"Alles, was sich entwickelt, wird von uns kontrolliert und hinterfragt. Wir sind also so etwas wie der Aufsichtsrat im Auftrag der Versicherten", sagt Georg Hupfauer, wenn man ihn über seine Arbeit im Ausschuss für Rehabilitations-, Renten- und Versicherungsangelegenheiten der Deutschen Rentenversicherung Bund befragt.
Bärbel Weisenstein ist seit 1993 Mitglied der Selbstverwaltung und ist derzeit stellvertretende Vorsitzende des Widerspruchausschusses der DAK. Sie weiß aus persönlicher Erfahrung ganz genau, was die Vokabel "Pflegefall" wirklich bedeutet. Sie betreut zu Hause mithilfe der Diakonie ihren Vater, ihre Mutter und die Tante. "Meine eigenen, täglichen Erfahrungen fließen in die ehrenamtliche Tätigkeit mit ein. Ich weiß, wie sich das anfühlt und deshalb kämpfe ich sehr leidenschaftlich für die Rechte der Versicherten."
Barthélémy Lemal ist Grenzgänger: Jeden Morgen fährt der Franzose zur Arbeit ins Saarland und kehrt abends ins französische Heining lès Bouzonville nach Hause zurück. Leben und Arbeiten als Europäer – das ist für den gelernten Elektroniker seit 38 Jahren Alltag. Ehrenamtlich will er sich für andere Menschen engagieren, die in Frankreich zuhause sind und in Deutschland arbeiten. Deshalb stellt sich der 55-Jährige nun für den Verwaltungsrat der BARMER GEK zur Wahl.
Neben ihrer Tätigkeit als Konzernvertrauensperson der Carl Zeiss Gruppe Deutschland übernimmt Christa Bellermann seit vielen Jahren Verantwortung in der Selbstverwaltung der BARMER GEK. Dort arbeitet die Personalerin im Widerspruchsausschuss für die Interessen der Versicherten. Mit der Sozialwahl 2011 verbindet Christa Bellermann das Anliegen, den Versicherten das "demokratische Verständnis" dieses Urnengangs nahezubringen.
Für den Betriebsrat und Selbstverwalter Detlef Decho ist der Kurs klar - ihm geht es um "Solidarität und Mitbestimmung". Dafür will sich der gelernte Maschinenschlosser und Fluggerätebauer nicht nur im Betriebsrat bei Airbus Bremen einsetzen und kandidiert für Verwaltungsrat der TK. "Arm und Reich, Alt und Jung - alle sollen gleichermaßen die Leistungen erhalten, die sie brauchen." So bringt Detlef Decho das Ziel seines Engagements auf den Punkt.
Dieter F. Märtens ist Selbstverwalter aus Leidenschaft: Mitglied des TK-Verwaltungsrates, Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses der TK, Mitglied des Gesamtvorstandes des Verbandes der Ersatzkassen, Vorstandsmitglied der Deutschen Rentenversicherung Bund, alternierender Vorsitzender im Organisations- und Bauausschuss der Deutschen Rentenversicherung Bund - eigentlich hat der Rentner einen Full-Time-Job. Seine Motivation: "Wer einmal damit angefangen hat, sich um die Probleme von Menschen zu kümmern und sich mit gesellschaftspolitischen Themen zu beschäftigen, der hört nicht mehr auf."
"Geht nicht, gibt’s nicht": So lautet das Lebensmotto von Harald Schulte. Der kurz vor der Pensionierung stehende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung e. V. (BVT) engagiert sich seit vielen Jahren in wichtigen Funktionen in der Selbstverwaltung der Techniker Krankenkasse (TK) - zurzeit als alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrates. "Die Sozialwahl ist für mich ein Stück gelebte Demokratie, für die ich mir eine hohe Wahlbeteiligung von Seiten der Mitglieder erhoffe", sagt Schulte.
Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Hubert Ringhoff ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der Techniker Krankenkasse. So lange streitet er auch schon leidenschaftlich für einen starken Verwaltungsrat. Für seine ehrenamtliche Arbeit wünscht er sich mehr Vertrauen durch die Politik. Auch deshalb ist die Sozialwahl für ihn so wichtig: "Sie legitimiert die ehrenamtliche Selbstverwaltung - und die ist Sprachrohr der Versicherten sowohl gegenüber der hauptamtlichen Verwaltung der Krankenkasse als auch gegenüber der Gesundheitspolitik der Bundesregierung."
Jutta Herdemerten sieht sich vor allem als Lotsin durch das Dickicht der Sozialversicherung. Die Angestellte einer großen deutschen Krankenkasse engagiert sich in ihrer Freizeit als Versichertenberaterin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. "Ich verstehe meine Tätigkeit auch als eine ganz konkrete Dienstleistung der Rentenversicherung für ihre Kunden", sagt die 46-Jährige. "Die Versicherten haben doch einen Anspruch auf gute Beratung."
Marion Tögel wollte immer wissen, wo die Ursachen von Problemen liegen, wie man etwas verändern kann und wo man konstruktiven Rat bekommt. "Das hat mich auch dazu gebracht, dass ich mich sozialpolitisch engagiert habe", sagt die 61-Jährige. Seit 1996 ist sie neben zahlreichen weiteren Engagements Mitglied des TK-Verwaltungsrats und widmet ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit wöchentlich etwa fünf bis zehn Stunden. Zum Glück hat sie einen Partner, der ähnlich eingestellt ist: "Wir denken nicht nur an uns selbst. Wir übernehmen gerne Verantwortung für die Belange anderer."
Seit der Sozialwahl 2005 setzt sich Ulrike Hauffe als Mitglied des Verwaltungsrats der BARMER GEK besonders für die Belange von Frauen in den Krankenkassen ein. Schon davor war die Bremer Frauenbeauftragte und Diplom-Psychologin als ausgewiesene Expertin für Frauengesundheit und Frauengesundheitspolitik bekannt. Sie kritisiert, dass Frauen heute mehr denn je als potentiell krank gesehen werden: "Der weibliche Körper wird pathologisiert und medikalisiert." Ein Zustand, den die 60-Jährige unbedingt ändern will.
"Die ehrenamtlichen Aufgaben sind mir nicht zu viel, ich bin doch Rentner", antwortet Franz Neubrand auf die Frage, ob ihn seine Tätigkeit in der Selbstverwaltung ab und an zu sehr mit Beschlag belegt. Aber nein, im Gegenteil! Der gelernte Werkzeugmacher und studierte Maschinenbauingenieur erklärt, dass ihn seine grenzenlose Neugier, die ihn auch über 40 Jahre in der Forschung hat tätig sein lassen, nach wie vor motiviert.
Matthias Maurer hat tatsächlich etwas mit der Welt des Bauens zu tun. Er arbeitet als Zimmermeister in einem internationalen Baukonzern und engagiert sich dort im Betriebsratsrat. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der Sozialversicherung tätig.
Hannes Kreller arbeitet bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands e. V. (KAB) in München. Der Verband setzt sich vor allem für soziale Gerechtigkeit ein. "Von diesem Anliegen der Bewegung bis zu meinem Engagement in der Selbstverwaltung war es nicht besonders weit", sagt der 58-Jährige.
Elke Holz ist überzeugte Hamburgerin mit einem besonderen Faible fürs Ballett. Ihr Berufsweg jedoch führte sie ins Kaufmännische und so wurde sie nach der Ausbildung zur Sozialversicherungskauffrau Führungskraft in einer der größten deutschen gesetzlichen Krankenkassen, der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).
Der ehemalige Bankangestellte lebt in Krailling, in der Nähe von München. 1980 stellte sich Aichberger das erste Mal zur Wahl und wurde stellvertretendes Mitglied der Vertreterversammlung der ehemaligen Hamburg Münchener Krankenkasse (HMK). Die HMK, die am 1. Oktober 1927 als Berufskrankenkasse des Gesamtverbandes deutscher Angestelltengewerkschaften gegründet wurde, vollzog zum 1. januar 2010 die Fusion mit der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK).
"Wir haben das beste Krankenversicherungssystem der Welt, aber wir verkaufen es unter Wert und lassen zu, dass es schlecht geredet wird", findet die Verwaltungsrätin Ute Engelmann und man spürt ihre Leidenschaft. Daran will sie etwas ändern und dafür setzt sie sich ein. Denn "wer sich nicht für seine Überzeugungen engagiert, kann auch nichts bewegen".
Neben den feststehenden Aufgaben in den verschiedenen Gremien bedeuten Helga Weigel vor allen Dingen die persönlichen Gespräche mit den Versicherten sehr viel. Diese Kontakte sind wichtig, um den Versicherten dabei zu helfen, ihre Anliegen gegenüber der Krankenkasse schriftlich zu definieren.
"Land unter – das gibt’s bei uns an der Nordsee. Aber nicht bei Antragsflut", meint der ehrenamtliche Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Hans-Werner Bumb. Rund 15 bis 20 Bürgerinnen und Bürger aus Viöl, Husum, Garding, Tönning und Umgebung berät er wöchentlich in seiner Sprechstunde. Und wenn es mal ein Problem gibt beim Antrag auf Pflegegeld, prüft er als Mitglied im Widerspruchsausschuss der DAK jeden Einzelfall.
"Ich bin eine Multiplikatorin", erklärt Leni Breymaier und meint damit auch ihre Tätigkeit in der Selbstverwaltung der BARMER GEK, die sie seit 1999 mitgestaltet. Der gelernten Einzelhandelskauffrau geht es um Gerechtigkeit, die die Teilhabe aller Menschen an einem Leben in Würde ermöglicht.
Bärbel Richling kann nichts wirklich aus der Fassung bringen. Sie beherrscht ihr Handwerk als Vermittlerin zwischen unterschiedlichen Interessen problemlos. Seit 16 Jahren ist die Diplomingenieurin bei der Firma Airbus unabhängige Betriebsrätin und dadurch, wie sie sagt, "mit beratender Tätigkeit bestens vertraut".
Arbeit hat Gerhard Rimmele noch nie gescheut. Denn nur so ist zu verstehen, wie er berufliche Karriere und langjähriges ehrenamtliches Engagement in Einklang bringt. Der gelernte Sozialversicherungsfachangestellte und Krankenkassenbetriebswirt war viele Jahre in unterschiedlichen Managementfunktionen der gesetzlichen Krankenversicherung tätig und leitet heute die Markt- und Wettbewerbsbeobachtung der BARMER GEK.
Hans Bender lebt in Freudenberg, Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen. Zunächst lernte der heute 71-Jährige Industriekaufmann, bevor er durch einen Berufswechsel in der Bundeswehrverwaltung als Beamter tätig war und 1983 in die Politik einstieg. Bis zu seinem Renteneinstieg im Oktober 2003 war er hauptamtlicher Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein.
Karl Werner Lohre ist seit circa 13 Jahren ehrenamtlich für die Selbstverwaltung tätig. Seit 2006 ist der Rechtsanwalt Sprecher der Gewerkschaftsfraktion im Verwaltungsrat – zuerst der BARMER und nach der Vereinigung 2010 der BARMER GEK.
Die Leiterin vom Jugendamt Steglitz-Zehlendorf und Chefin von 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist eine Frau, deren Vitalität ansteckt. Ilka Biermanns Energie vertreibt Mittelmaß und jede Form von "Das-geht-nicht". "Ich bin ein Mensch, der aus einer Familie kommt, in der das soziale Engagement für andere sehr groß ist", schildert die 63-Jährige.
Herbert Neuman ist Vorsitzender der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund. Er sieht sich vor allem als Interessenvertreter der Beitragszahler.
Holger Langkutsch ist Vorsitzender des Verwaltungsrates und des Hauptausschusses der BARMER GEK. Er setzt sich bei der BARMER GEK täglich mit Sorgen und Nöten Versicherter auseinander.
Erich Balser ist Vorsitzender des Verwaltungsrates der KKH-Allianz. Für ihn ist es wichtig, dass ihm die Versicherten durch ihre Stimme den Rücken stärken.
Hans-Peter Stute ist Vorsitzender des Verwaltungsrates bei der DAK. Gute Leistungen für die Versicherten, bestmögliche Beratung und Service - dafür setzt er sich seit Jahren ein.
Ihren Kolleginnen und Kollegen in Meißen Orientierung geben, damit sie sich nach der Wende in einem neuen Sozialsystem zurechtfinden - das war 1992 der Anfang des Engagements der Ingenieurin Rosemie Bilz.
Roland Schultze ist Mitglied des Verwaltungsrates, Vorsitzender des Hauptausschusses und eines Widerspruchsausschusses der hkk. Er engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in der Selbstverwaltung und kämpft im Verwaltungsrat der hkk und im Widerspruchsausschuss für die Belange der Versicherten.